Strategische Höhensiedlung
Akropolis
Eine Terrassensiedlung über der Ebene von Dalaman, rund 11 km landeinwärts — passend zu Strabons „Stadt oberhalb des Leto-Heiligtums".
Über der Ebene von Dalaman auf dem Asar Tepe, an der Grenze zwischen Karien und Lykien — die Hafenstadt, deren Schiff bei Salamis das Schicksal der Artemisia wendete, die mit dem ptolemäischen Alexandria Amphoren austauschte und ihre Tage als Mitglied des Lykischen Bundes beschloss.
Zeitleiste
Von der späten Bronzezeit bis zu den heutigen Grabungen — der lange Weg einer Hafenstadt an der karisch-lykischen Grenze.
Der Ortsname Kuwakuwaluwanta in der Yalburt-Inschrift Tudhaliyas IV. könnte eine frühe Form Kalyndas sein. Der Name stammt wohl aus einer luwisch-karischen Sprachschicht.
Kalyndische Schiffe dienten in der Flotte des Xerxes. Auf der Flucht vor einem athenischen Verfolger rammte Königin Artemisia I. von Halikarnassos das Schiff des kalyndischen Königs Damasithymos. Xerxes vom Ufer: „Meine Männer sind zu Frauen, meine Frauen zu Männern geworden."
Herodot (1.172) schildert die scharfe Grenze zwischen Kaunos und Kalynda durch ein Ritual. Die Stadt erscheint in den athenischen Tributlisten als Mitglied des Delisch-Attischen Seebundes mit einem Talent Abgabe.
Die Zenon-Archive verorten Kalynda auf der ptolemäisch-alexandrinischen Handelsroute. Eine ptolemäische Garnison war stationiert, ein jährliches Artemis-Fest — Kipranda — fand im Umland statt.
Nach Apameia an Rhodos gefallen, wurde die Stadt 168-164 als Demos von Kaunos verwaltet. Als Kalynda sich erhob, wurde zuerst Knidos um Hilfe gebeten; erst als dies nicht genügte, hob Rhodos die Belagerung auf, und der römische Senat bestätigte die rhodische Herrschaft.
Nach kurzer Unabhängigkeit wandte sich die Stadt dem Lykischen Bund zu. 43 n. Chr. wurde sie Teil der römischen Provinz Lykien; auf dem Stadiasmus Patarensis mit Verbindungen zu Telmessos, Kaunos und Lyrnai erwähnt.
Nach dem großen Erdbeben zählt Kalynda zu den Städten, die der Wohltäter Opramoas unterstützte. Die Stadt schwand langsam; ihr Bistum wurde in byzantinischer Zeit Kaunos unterstellt.
Richard Hoskyn (1840), Ludwig Ross (1844), Gilbert Davies (1895) und George Bean (1946-50) verzeichneten den felsigen Hügel bei Dalaman. Die Identifizierung des Asar Tepe mit Kalynda wurde bestärkt — ein inschriftlicher Beweis fehlt noch.
Unter Leitung des Museums Fethiye und wissenschaftlicher Begleitung der Akdeniz-Universität förderten die Grabungen rhodisch-knidische Amphorenstempel, hellenistische Lampen und — entscheidend — **eine Weihestele für Arsinoe II. Philadelphos** zutage: der bislang stärkste epigrafische Beleg für die Gleichsetzung des Asar Tepe mit Kalynda.
Außer dem Gebiet von Kalynda konnte jeder nur das säen, was auf seinen Anteil fiel.
“Meine Männer sind zu Frauen, meine Frauen zu Männern geworden.”
Spuren der Stadt
Ruinen, die geduldig auf dem Asar Tepe warten — jede ein Fenster in das tägliche, rituelle und wirtschaftliche Leben Kalyndas.
Strategische Höhensiedlung
Eine Terrassensiedlung über der Ebene von Dalaman, rund 11 km landeinwärts — passend zu Strabons „Stadt oberhalb des Leto-Heiligtums".
Archaischer Ursprung
Mehrlagige Steinmauern, teils archaisch, verstärkt durch Türme und Tore auf einem natürlich geschützten Hügel.
Karisch-lykische Synthese
Monumentale Gräber im Umland zeigen Spuren karischer Tradition und lykischer Haushausfassaden — typisch für eine Grenzstadt.
Die wahre Göttin der Stadt
Drei Kalynda zugeschriebene Bronzeserien zeigen nicht Zeus oder einen Adler, sondern die Jägerin Artemis und ihre Symbole — Hirsch, Bogen, Fackel. Städtische Prägung beginnt wohl im frühen 1. Jh. v. Chr.
Hellenistisches Handelsnetz
Von 26 Stempeln der Grabungen 2022-23 stammen 20 aus Rhodos, 5 aus Knidos; 85 % datieren ins 3. Jh. v. Chr. — Beleg für die ptolemäisch-rhodische Handelsroute durch Kalynda.
Jährliches Artemis-Fest
Ein Kultort im kalyndischen Gebiet, aus den Zenon-Archiven bekannt. Die genaue Lage ist noch ungeklärt — vielleicht die nächste große Entdeckung.
Şerefler Mah. · Asar Tepe
Şerefler, Dalaman · Muğla · 36°46'N 28°48'E
Besucherführer
Kalynda liegt auf einer felsigen Erhebung namens Asar Tepe im Viertel Şerefler, etwa 3 km östlich des Stadtzentrums von Dalaman. Der Weg ist meist gut sichtbar, die Sonne jedoch stark — wählen Sie frühe Stunden und nehmen Sie Wasser und Hut mit.
Freies Gelände
Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang
Kostenlos
Einschränkungen während Grabungen möglich
Mittel · ~2 Stunden
Festes Schuhwerk nötig
März — Juni
September — November
12 km vom Flughafen Dalaman
3 km östlich vom Zentrum
Olive, Macchia, Kiefer
Im Sommer auf Schlangen und Skorpione achten
Für aktuelle Grabungseindrücke folgen Sie dem Instagram-Konto @kalindakazisi des Akdeniz-Teams. Offizielle Ansprechstelle ist die Museumsleitung Fethiye.